Das Projekt


Entstehungsgeschichte

Boniface Ogbus, geboren am 29. November 1965, in Enugu City, Ost Nigeria, wuchs in einem Haushalt mit drei Schwestern und vier Brüdern auf. Es war eine harte Zeit. Alle Kinder zur Schule zu schicken war für die Eltern eine fast unlösbare Herausforderung. Die Familie konnte sich nur mit Mühe zwei Mahlzeiten pro Tag leisten. Der Vater sparte sich die Schulgebühren vom Mund ab, und so konnte Boniface die Schule dennoch bis zur Oberstufe besuchen. Dies ermöglichte ihm später eine Lehre als Schriftsetzer im Verlagswesen zu absolvieren.

1991 reiste er als Asylsuchender in die Schweiz, da er als Christ in seiner Heimat verfolgt wurde. Anfangs fiel ihm das Leben in der Schweiz schwer, weil er die Sprachbarriere und den kulturellen Unterschied meistern und sich an die kalten Temperaturen gewöhnen musste. Im Jahr 1992 heiratete er eine Schweizerin, was ihm auch erlaubte eine Arbeitsstelle zu finden. Er lernte Schweizer Freunde kennen, die ihm Mut machten, sein Projekt „Children of Tomorrow" anzupacken.
Seit einigen Jahren arbeitet er am Flughafen Zürich in der Special Assistant Abteilung bei Careport Swiss, wo er betagte und behinderte Passagiere sowie allein reisende Kinder betreut. Ausserdem ist er für Aufgaben im Security-Bereich bei der Checkport AG am Flughafen zuständig. Er ist Vater von zwei Söhnen und zwei Töchtern.

Seit 1996 träumte er davon, das Leiden afrikanischer Kinder zu lindern und ihnen etwas Lebensfreude zu schenken. Als seine Eltern 1996 verstarben, erfuhr er am eigenen Leib, wie hart dieser Verlust für einen Menschen ist. Und es wurde ihm deutlicher bewusst, wie viel Leid Kinder ohne den elterlichen Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch oft ertragen müssen. Seine eigene Mutter hatte nach dem Biafra-Krieg den Wunsch Waisenkinder aufzuziehen. Sie brachte zwei hungernde Kinder von der Strasse mit nach Hause, um ihnen zu helfen. Sie starben aber an den Folgen der Unterernährung. Dieses Erlebnis hat Boniface tief geprägt.

Nach dem Tod seiner Eltern begann Boniface zu schreiben und Kunstkarten zu gestalten. Das half ihm seinen Schmerz und seine Trauer zu verarbeiten und war gleichzeitig der Beginn des Projekts „Children of Tomorrow“, denn der Verkauf seiner Bücher brachte ihm einige Tausend Franken ein, die er in den Bau eines Waisenhauses investierte.

Im Jahr 2008 konnte das Waisenhaus nach einer länger dauernden Bau- und Einrichtungsphase und dank Zuwendungen von aussen endgültig fertig gestellt werden.

Seit September 2008 leben 17 Waisenkinder dort, und es ist ein Haus der Freude und Zufriedenheit geworden. Das Alter der Kinder liegt zwischen drei und fünfzehn Jahren. Angestellte kümmern sich um das leibliche und psychische Wohl der Kinder.

Finanzielle Sicherstellung

Die Lebenshaltungskosten für ein Waisenkind belaufen sich auf CHF 280.- pro Monat und CHF 3'360.- pro Jahr. Darin sind enthalten:

  • Wohnen und Schlafen, Betreuung
  • Haushalt, Essen
  • Schulgebühren, Schuluniformen, Bücher
  • Kleider, Schuhe
  • Arztkosten, Hygiene
  • Transport, Schulbus, Benzin
  • Administration

Finanzierung des Projekts

  • Mitgliederbeiträge (jährliche, monatliche oder sporadische)
  • Spenden von Firmen, Organisationen und Privaten
  • Erträge aus dem Verkauf typisch afrikanischer Güter (Stoffe, Schmuck, etc.) auf Märkten in der Schweiz
  • Verkäufe von Kunstkarten und Büchern, geschrieben von Boniface Ogbus
  • Organisation von afrikanischen Abenden (Lesungen und afrikanisches Essen) als Privat- oder Firmenveranstaltung
  • Sammelgüter aus der Schweiz, die mit Bussen und Lastwagen nach Nigeria transportiert und dort vertrieben werden
  • Anbau von Gemüse und Früchten in Enugu
  • Hühnerfarm und Fischzucht

Leitbild

  • Nächstenliebe und Menschlichkeit vorleben, und den Kindern Liebe geben
  • Den unterprivilegierten unserer Gesellschaft, den Waisen, helfen
  • Ein gewisses Mass an Bildung und Menschlichkeit bewahren
  • Die Afrikaner im Ausland ermutigen, ihren hilflosen Schwestern und Brüdern zu Hause beizustehen

Das Land Nigeria

Nigeria hat die grösste Bevölkerungsdichte aller afrikanischen Länder und die achtgrösste Bevölkerungsdichte weltweit. 148 Millionen Menschen leben in Nigeria. Das Land liegt im Westen des afrikanischen Kontinents und grenzt im Osten an Kamerun, im Norden an Niger und im Westen an Benin.

Die Hauptstadt ist Abuja. Die offizielle Landessprache ist Englisch. Die ethnischen Hauptgruppen sind Haussa, Igbo und Yoruba. Die Haussa leben im Norden Nigerias und sind meist dem Islam zugehörig. Die Igbo leben im Osten des Landes und sind mehrheitlich Christen. Im Osten liegen auch der Bundesstaat Enugu und das Waisenhaus von „Children of Tomorrow“. Die Yoruba leben im Westen um Lagos und sind etwa zu gleichen Teilen Christen und Muslime. Die religiösen Konflikte finden meist im Norden des Landes statt.

Nigeria ist in 30 Bundesstaaten unterteilt. Einer davon ist Enugu, in dem das Kinderheim „Children of Tomorrow" liegt. Die gleichnamige Hauptstadt Enugu war vormals der Hauptort der östlichen Provinz Biafra, wo der berüchtigte Biafra-Krieg (1967-1970) stattfand.

Enugu heisst übersetzt „Hügelspitze“. Die ersten Siedler kamen um 1909 unter Führung des britischen Bergbauingenieurs Kikson in die Region, der Kohlevorkommen rund um das Städtchen Udi entdeckte.

Enugu State grenzt an Abonyi State im Osten, Abia und Imo State im Süden, Benue im Norden, Kogi State im Nordwesten und Anambra im Westen. Die Fahrt von Enugu zur früheren nigerianischen Hauptstadt Lagos beträgt acht Stunden, nach Port Harcourt drei Stunden und nach Abuja, der neuen Hauptstadt, sechs Stunden. Das Gebiet von Enugu umfasst etwa 8727.1 km² (3369.6 Quadratmeilen).

Ökonomische Situation

Der Boden Nigerias ist fruchtbar und das Klima sehr gut. Nigerias Wirtschaft wird hauptsächlich vom Rohstoff Erdöl getragen, dessen Erträge jedoch zumeist der reichen Oberschicht zugute kommen. So werden die Reichen zunehmend reicher und die Armen immer ärmer und die wirtschaftliche Situation könnte kaum schlechter sein, obwohl das Land reich ist an Rohstoffen. Der Staat trägt nichts zur Versorgung der Waisenkinder bei. Sie werden nur von privaten oder kirchlichen Hilfsorganisationen aufgefangen.


Was die Waisenkinder brauchen

Sachspenden

Sachspenden, welche nicht direkt für das Waisenhaus benötigt werden, senden wir nach Nigeria und verkaufen sie dort zu Gunsten des Waisenheimes: TV-Geräte, Computer, Kleider, usw.

Geldspenden

Geldspenden fliessen zu 100% in das Waisenhaus und werden für Lebensmittel, Infrastruktur und die Entwicklung der Kinder eingesetzt.

Freiwilligenarbeit

Möchten Sie uns bei Sammelaktionen oder Veranstaltungen unterstützen oder gar einmal nach Nigeria reisen? Helfen Sie mit!